Rückblick Math-Talent-School RLP 2023

Schon im Oktober diesen Jahres geht unsere Math-Talent-School in die nächste Runde. Damit die neuen Bewerber:innen sich unter der Veranstaltung noch mehr vorstellen können, hat unsere studentische Hilfskraft Antoinette Duus aus dem Kommunikationsteam mit vier Teilnehmenden der letzten Math-Talent-School im Juli gesprochen und Einblicke gesammelt.

Hier waren Mathematik-begabte Schüler:innen aus Rheinland-Pfalz bei uns zu Besuch. Unsere zweite Math-Talent-School 2023 wird von MINT-EC in Kooperation mit dem Felix-Klein-Zentrum für Mathematik organisiert. Das heißt die Teilnehmenden kommen von Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC. Wir freuen uns schon auf den Herbst.

 

 

Ein paar kleine Einblicke in unsere letzte Math-Talent-School

Hier sind einige Ausschnitte aus den vier verschiedenen Gesprächen mit unserer Studentin.

Noah Gomolka beim Arbeiten im Team zum Thema »Woher der Blitzer weiß wer du bist«.
© Fraunhofer ITWM
Noah Gomolka beim Arbeiten im Team zum Thema »Woher der Blitzer weiß wer du bist«.

Die Faszination der Mathematik hautnah – der Blick hinter die Kulissen

»Es hat wirklich Spaß gemacht als Gruppe so etwas Großes zu erarbeiten«, resümiert der 17-jährige Noah Gomolka. Auch die 18-jährige Lisa Fesser bestätigt dies und fügt hinzu: »Ich fand es zudem interessant zu sehen, was man später macht, wenn man Mathematik studiert«.

Eine Gemeinsamkeit der Schüler:innen ist die Begeisterung für die Mathematik und dennoch brennen sie dafür auf ihre eigene Weise. So betont Lisa aufgeregt, sie fände es im Gegensatz zu anderen Fächern schön, dass man immer eine richtige Lösung hätte, jedoch sehr viele Möglichkeiten, wie man auf sie käme. Der 21-jährige Jakob Kaiser unterstreicht währenddessen seine Faszination über den Realitätsbezug in der Angewandten Mathematik.

Die Talentschool bot den Jugendlichen vor allem die Möglichkeit, Einblicke in die Forschung zu erhalten und mit Forscher:innen sowie Studierenden der Rheinland-Pfälzischen Universität Kaiserslautern Landau (RPTU) in Kontakt zu treten. »Ich habe hier ziemlich viel mitgenommen, weil die Betreuer:innen und die Studierenden, die wir getroffen haben, ziemlich flexibel auf unsere Fragen eingegangen sind«, erklärt Fabienne Weich, 17 Jahre alt. So wisse sie jetzt auch durch das Camp, welche Möglichkeiten und verschiedenen Studiengänge es genau gibt.

Gemeinsam gegen Vorurteile

Auch die Geschlechterunterschiede in den MINT-Fächern sind den Schüler:innen bewusst. Fabienne berichtet davon, Mädchen bekämen schon im jungen Alter das Gefühl vermittelt, dass MINT-Fächer nur für Jungen sind. »Wenn man beispielsweise auf Wettbewerbe fährt, sagen andere einem, dass man als Mädchen ja wahrscheinlich keine Chance hätte. Am schlimmsten sind jedoch die Vorurteile und dann daraus resultierend, dass man als Mädchen keine Lust hat, sich dem entgegenzusetzen«. Sie hat aber schon Ideen, wie man das lösen könnte: Ihr Ansatzpunkt – Lehre in der Grundschule. Fabienne ist der starken Überzeugung, dass man Mädchen wie Jungen vor allem in der Grundschule in gleichem Maße motivieren sollte, sich mit MINT-Themen auseinander zu setzten, da in dieser Zeit noch eine Chance besteht die Schülerinnen für naturwissenschaftliche Themen zu begeistern und für eine Karriere zu ermutigen. Der MINT-Bereich sei für alle da.

Fabienne Weich und Lisa Fesser bei der Gruppenarbeit zum Thema »Fressen und gefressen werden«.
© Fraunhofer ITWM
Fabienne Weich und Lisa Fesser bei der Gruppenarbeit zum Thema »Fressen und gefressen werden«.
Jakob Kaiser in der Gruppe »Krise WLAN-Ausfall – Wie kann die Nutzung eines übrigen Zugangs fair gestaltet werden?«
© Fraunhofer ITWM
Jakob Kaiser in der Gruppe »Krise WLAN-Ausfall – Wie kann die Nutzung eines übrigen Zugangs fair gestaltet werden?«

Mathestudium als großes Ziel – Karrieren im MINT-Bereich

Die Woche in unserem Camp bot den Teilnehmenden eine aussichtsreiche Perspektive für ihre Zukunft in den MINT-Bereichen. Die Mehrheit äußert den Wunsch, ein Studium in Mathematik, Informatik oder verwandten Fächern in Erwägung zu ziehen, um ihre Begeisterung für Forschung und Entwicklung weiterzuverfolgen. Einige von ihnen wollen sogar hier in Kaiserslautern bleiben. Wir würden uns freuen!

So kündigt Fabienne entschlossen an: »Also ich möchte auf jeden Fall im Bereich der Mathematik und Umwelt bleiben. Jetzt hat man Eindrücke, wie das Studium abläuft und wie die Kommilitonen wären«. Noah Gomolka möchte seiner Passion ebenfalls treu bleiben und gleichzeitig zukünftige Generationen in die Welt der MINT-Fächer führen: Er möchte Mathematik und Informatik auf Lehramt studieren.

Weiter verrät der 21-jährige Jakob Kaiser, er hätte vor dem Camp bei der Studienwahl zwischen Mathematik und Informatik geschwankt und nun hätte die Mathematik einen Vorsprung. Außerdem kündigt er an, dass nur die RPTU Kaiserslautern für ihn in Frage kommt. Auch Lisa möchte wahrscheinlich Mathematik studieren und kann sich nach der Woche hier ebenfalls die RPTU vorstellen. Sie führte aus: »Es hat mir hier richtig gut gefallen«.

Erinnerungen fürs Leben

Neben vielem neuen Wissen gehen die Schüler:innen auch mit neuen Erinnerungen nach Hause. Dabei haben sie unterschiedliche Aspekte, die ihnen besonders gefallen haben. »Das meiste war tatsächlich weniger der fachliche Teil, sondern vielmehr der Kontakt zu den anderen. Ich bin selbst auf einem technischen Gymnasium, das heißt wir haben generell mehr technisch interessierte Schüler:innen, aber das hier ist nochmal ein anderes Level. Da in den Austausch zu kommen, war sehr interessant«, beschreibt Jakob mit einem Lächeln.

Lisa Fesser bei der Gruppenarbeit zum Thema »Fressen und gefressen werden«.
Lisa Fesser bei der Gruppenarbeit zum Thema »Fressen und gefressen werden«.

Dem stimmt auch Noah begeistert zu. »Vor allem die Truppe wird mir in Erinnerung bleiben. Es hat mir viel Spaß gemacht, mit allen zusammenzuarbeiten und die Gruppen mit circa sechs Leuten waren nicht zu groß oder zu klein. Jeder kam zu Wort.« Fabienne bekräftigt den direkten Einblick ins Studium, da sie sonst kaum Kontakte zu Mathe-Studierenden habe.

Eine inspirierende und lehrreiche Erfahrung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie eine einmalige Gelegenheit, die Begeisterung für Mathematik und angewandte Forschung zu fördern und junge Talente für eine Karriere in den MINT-Bereichen zu unterstützen. Unsere Teilnehmenden sind sich jedenfalls einig: Am Mathematik-Camp würden sie immer wieder teilnehmen!

Wir sind auf jeden Fall gespannt, was wir von dem ein oder der anderen nochmal sehen oder hören werden. Wer weiß, vielleicht können wir ja ein paar der Teilnehmenden schon bald an unserem Institut begrüßen. Wir freuen uns im Oktober weitere talentierte Schüler:innen kennenzulernen, diesmal aus ganz Deutschland!